was blüht an Knicks und Feldrändern ?

Klatschmohn
Blume des Jahres der Klatschmohn, leider heute selten geworden Mohnblüten im Getreidefeld
Pflanze
eine kleine Erdhummel fliegt die Blüte des Klatschmohns an um darin Pollen zu sammeln.
Knick zur Bluetezeit bei Lenzau Ostholstein
vorne blüht Kerbel oben der Weissdorn im Knick bei Klenzau im Kreis Ostholstein
Knick zur Bluetezeit bei Lenzau Ostholstein
Der Weissdorn blüht im Knick am 27. Mai bei Lenzau im Kreis Ostholstein
Heckenrose oder Hundsrose
Heckenrose
Holunder
Holunderblüten
Knick mit Weissdorn
Knick mit bluehendem Weissdorn und Weidezaun in der Viehdiekswiese bei Klenzau Ostholstein
Redder
Der schattenspende Knick am Redder zwischen Segeberger See und Klüthsee im Kreis Segeberg
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Margeriten auf einer Magerrasenfläche
Knick mit Weissdorn
Knick mit blühendem Weissdorn und alter Eiche, Getreidefeld bei  Bad Segeberg
Mohn im Gerstenfeld
Mohn und Getreide

Parzellen, nicht größer als ein Stück Gartenland“ /‚ Schleswig Holstein (nach der Verkopplung) im Jahre 1864‘ von Theodor Fontane

Die Art der Bebauung, das Koppelsystem, schafft eigenthümliche Landschaftsbilder. Statt weiter Feldflächen wie bei uns [in Brandenburg], die, im Winter kahl und traurig, bis zum Horizonte sich hin dehnen, begegnet man ausschließlich eingefriedigten Parzellen, nicht größer als ein Stück Gartenland, den sogenannten Koppeln, deren Umfassung aus einem zehn Fuß hohen, hoch mit Strauchwerk besetzten Erdwall besteht.

Dies sind die vielgenannten „Knicks“. Ueber ihren Werth für die Landwirtschaft ist oft gestritten worden. Für Schleswig-Holstein sind die höchst wahrscheinlich unerläßlich; die Seewinde, die hier unaufhörlich wehn, werden durch diese hohen Mauern gebrochen und die Saaten vor dem Frost, wie die Felder selbst – wenigstens in der Nähe der Strand=Dünen – vor der Versandung geschützt. Ebenso wirkt der Graben, der die Knickwand umgiebt, als Abzugskanal für das Wasser. Was an Bodenfläche verloren geht (ein Punkt, der vorzugsweise betont worden ist), so darf dem gegenüber nicht vergessen werden, daß die Knicks selber wieder, mehr oder weniger direkt, der Landwirtschaft dienstbar gemacht werden.

Die Wände außen und innen stehn dicht in Gras und das hohe Strauchwerk auf der Krone des Erdwalls, ersetzt diesen holzarmen Gegenden, wo die alten Wälder, der Sachsen=Wald, der dänische Wald („dänisch Wohld“) nur noch im Namen fortleben, das Quantum Holz, dessen die Landwirtschaft nicht entbehren kann. Wie wirthschaftlich die Ansichten über den Werth der Knicks auseinandergehn, so auch landschaftlich.

Es ist wahr, sie beschränken den Blick ins Freie oder verbieten ihn auch wohl ganz, aber wenn dadurch einerseits die Möglichkeit verloren geht, in jedem Augenblick ein weites Landschaftsbild vor sich ausgebreitet zu sehn, so erweist sich dies Bild doch um so schöner, wo eine Hügelkuppe, irgend eine hoch gelegene Stelle des Weges, von Zeit zu Zeit Gelegenheit giebt, über den grünen, viel hunderfach quadrirten Teppich dieses Knick= und Koppel=Landes hinzublicken. Wer die Landschaft Angelns an schönen Maitagen passiert hat, wenn abwechselnd Sonnenglanz und leise Nebel über die grünen Felder hinziehn, wird nicht länger zweifeln auch an den landschaftlichen Vorzügen dieser viel bevorzugten Gegenden.

Theodor Fontane‚ aus ‚der schleswig-holsteinische Krieg im Jahre 1864‘, Berlin, 1866.