Was ist ein KNICK?

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Knicks als Kultur- und Lebensraum

 Der Knick ist eine Besonderheit in der Agrarlandschaft Norddeutschlands. Es geht um meine fotografisch künstlerische Sicht auf diese Wallhecken, kurz Knicks genannt. Diese, aus dänischer Zeit geprägte Geschichte der Holsteiner Landschaft hat sich bis heute in besonderer landschaftlicher Ästhetik niedergeschlagen.

Ein Knick verändert sich im Jahreslauf, er wird alle 10 Jahre geknickt, das heißt auf den Stock gesetzt. Danach kann er erneut ausschlagen und so für das Vieh und den Wind möglichst undurchdringlich bleiben. Das lebendige Knicknetz innerhalb der Agrarsteppe ist das mit Abstand wertvollste landschaftliche Inventar des waldarmen Schleswig Holsteins.

Was sind überhaupt Knicks? Knicks sind Wallhecken, die gerade für Schleswig Holstein typisch sind. Wallhecken findet man auch in England und Frankreich als effektiven traditionellen, Erosion von Ackerboden verhindernden Windschutz. Es sind die Menschen die den Knick angelegt haben und pflegen, oder dort jagen, spazieren gehen, Radfahren usw. Unsere Knicks bedeuten Vielfalt und könnten für nachhaltiges Wirtschaften ein schönes Beispiel sein. Die Landschaft Schleswig Holsteins wird seit 200 Jahren von Knicks geprägt, jedenfalls auf der Geest. Der Kreis Segeberg, Teile von Storman, Schleswig, und Dithmarschen liegen auf der Geest. Die Kreise Plön und Ostholstein liegen im östlichen Hügelland, wo gleichermaßen viele Knicks entstanden sind. Im östlichen Hügelland haben sich jedoch auch die großen adeligen Güter konzentriert, deren Flächen von deutlich weniger Knicks durchzogen sind als der bäuerliche Besitz. Die allgemeine Verkoppelung, dass heißt Einfriedung der Ländereien fand erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts teilweise auch erst Anfang des 19. Jahrhunderts statt. Das betrifft auch die Zeit der Anlage der meisten Knicks.

Für Biologen sind die Knicks so etwas wie ein schmaler Waldstreifen. Knicks vernetzen nicht nur Menschen und ihre Dörfer, sondern auch Lebensräume der hier heimischen Tier- und Pflanzenwelt. „Biotop-Verbund-Systhem“ wird das Ganze genannt. Knicks lassen die Landschaft schön gegliedert und kleinräumig erscheinen. Sie präsentieren sich im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder anders. Von der Baumblüte im Mai über das sommerliche Blätterdach, welches Schatten spendet, im Herbst dann die Früchte des bunten Knicks zum Winter, in dem die Strukturen am besten zu erkennen sind. „Am Knick ist immer was los.“ Geplant ist eine Wanderausstellung mit einem kurzem Film als intro.

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